Kaum ein Thema wirft so viele Fragen auf wie das Haarewaschen mit Seife.
Funktioniert das wirklich? Brauche ich eine saure Rinse? Warum fühlen sich meine Haare nach der ersten Haarwäsche plötzlich anders an? Und wie lange dauert die Umstellung?
Genau diese Fragen werden mir immer wieder gestellt. Deshalb habe ich die häufigsten Fragen und meine Erfahrungen in diesem Beitrag für dich zusammengestellt.
Inhaltsverzeichnis
ToggleKann man die Haare wirklich mit Seife waschen?
Seife eignet sich auch hervorragend zum Haare waschen! Viele meiner Kundinnen verwenden meine Naturseifen nicht nur für Hände und Körper, sondern auch ganz selbstverständlich zum Haarewaschen.
Du hast mit einer Seife als Shampoo ganz viele Vorteile: ein silikonfreies Shampoo, weniger Plastikabfall und du verzichtest ganz auf Mikroplastik. Und du benötigst nur ein Produkt für alles! Gerade auf Reisen oder im Campingurlaub ist das besonders praktisch.
Das sind alles Vorteile, die für Seife zum Haarewaschen sprechen.
Für welche Haare eignet sich Naturseife?
Viele Haartypen kommen mit Naturseife sehr gut zurecht. Da jedoch jedes Haar anders reagiert, lohnt es sich, verschiedene Seifen auszuprobieren.
Hier gilt es einfach auszuprobieren, ob deine Haare die Zusammenstellung des Seifenrezeptes und den Grad der Überfettung/Unterlaugung mögen oder nicht. Mehr zur Überfettung findest du in diesem Blogbeitrag.
Braucht es eine extra Haarseife?
Diese Frage wird mir besonders häufig gestellt. Du brauchst keine extra Haarseife.
Du kannst jede Naturseife verwenden. Oder auch eine extra Haarseife mit abgestimmten Pflanzenölen für die Haare nehmen. Das kommt ganz auf deine Vorlieben an.
Ich selber verwende keine extra Haarseife, sondern nehme meine ganz normalen Seifen auch für die Haare.
Der Hintergrund, weshalb ich keine extra Haarseife benutze, ist, dass diese meistens eine extra geringe Überfettung von 3–6 % haben, damit sie die Haare nicht beschweren. Das trocknet mir aber die Kopfhaut ganz extrem aus.
Warum fühlen sich die Haare am Anfang oft anders an?
Wenn du bisher ein herkömmliches Shampoo verwendet hast, brauchen deine Haare und die Kopfhaut meist etwas Zeit, um sich an die Umstellung zu gewöhnen.
Je nachdem, wie oft du deine Haare wäschst, ob du ein Shampoo mit oder ohne Silikon verwendest, benötigt es ca. 3–6 Wochen, bis sich deine Haare an die Umstellung gewöhnt haben.
In dieser Zeit können deine Haare entweder zu trocken sein oder zu schnell nachfetten. Das legt sich aber nach einigen Wochen, sobald sich deine Haare und deine Kopfhaut auf Seife umgestellt haben.
Dran bleiben lohnt sich!
So wäschst du deine Haare mit Seife
1. Haare gründlich nass machen
Mach deine Haare richtig nass, reibe mit der Seife direkt über deinen Kopf und deine Haare. Beim Einreiben entsteht ein wunderbarer Seifenschaum.
2. Den Schaum einmassieren
Jetzt kannst du deine Haare und den Seifenschaum mit massieren aufschäumen, wie du es vom Flüssigshampoo her gewohnt bist. Diesen Prozess kannst du am Anfang mehrfach wiederholen, damit sich die Reste der alten Pflegeprodukte schneller auswaschen. Später reicht einmal aufschäumen.
3. Gründlich ausspülen
Sehr gut ausspülen mit nicht zu heissem Wasser. Verwende am Anfang als Abschluss am besten eine saure Rinse.
Was ist eine saure Rinse?
Eine saure Rinse ist eine einfache, selbstgemachte Haarspülung aus Wasser und Essig oder Zitronensaft. Damit schliesst sich die Schuppenschicht deiner Haare wieder und sie bekommen einen schönen Glanz und eine gute Griffigkeit.
Zudem beugst du bei kalkhaltigem Leitungswasser der sogenannten Kalkseife vor. Das sind unangenehme Rückstände, die durch zu kalkhaltiges Leitungswasser entstehen können. Mit einer sauren Rinse neutralisierst du die Kalkrückstände und die Haare lassen sich leichter kämmen.
Muss ich jedes Mal eine saure Rinse machen?
Die saure Rinse ist nicht jedes Mal notwendig. Du wirst mit der Zeit feststellen, welcher Abstand für dich am besten ist. Am Anfang, während der Umstellung, wirst du sie öfter anwenden, nachher reichen alle 2–3 Wochen.
Wie stelle ich eine saure Rinse her?
So einfach stellst du eine saure Rinse her: ca. 1 Esslöffel Zitronensaft oder Essig in 1 Liter lauwarmes Wasser einrühren. Über die Haare giessen, kurz einwirken lassen, auswaschen, fertig!
Und keine Angst, der Essigduft verfliegt nach dem Trocknen. Wenn du da unsicher bist, verwendest du am besten Zitronensaft.
Warum fühlen sich meine Haare klebrig oder strohig an?
Gerade zu Beginn kann es sein, dass sich deine Haare klebrig, wachsig oder strohig anfühlen. Oft liegt das an Rückständen deiner alten Pflegeprodukte in den Haaren.
Wenn du schon länger ein silikonfreies Shampoo verwendest, lassen sich die Rückstände schneller auswaschen. Hast du bisher ein silikonhaltiges Shampoo verwendet, dauert es leider länger, bis sich sämtliche Rückstände ausgewaschen haben.
Um diesen Prozess abzukürzen, kannst du auch zuerst auf ein silikonfreies Shampoo umstellen und sobald sich deine Haare daran gewöhnt haben, auf Naturseife wechseln.
Auch eine zu kurze Einwirkzeit oder zu wenig Wasser beim Aufschäumen, sowie kalkhaltiges Leitungswasser können dabei eine Rolle spielen.
Mein Tipp
Gib deinen Haaren genügend Zeit für die Umstellung. Es lohnt sich!
Die Umstellung verläuft bei jedem etwas anders. Manche bemerken schon nach wenigen Haarwäschen einen Unterschied, bei anderen dauert es etwas länger.
Lass dich deshalb von den ersten Haarwäschen nicht entmutigen.
Ich weiss, dass die ersten Haarwäschen manchmal etwas ungewohnt sein können. Viele meiner Kundinnen erzählen mir später, dass sich das Dranbleiben aber gelohnt hat.
Warum ich keine Haarseife herstelle
Ich selber verwende seit Jahren meine ganz normalen Naturseifen auch für die Haare und verzichte bewusst auf eine spezielle Haarseife. Für meine trockene Kopfhaut funktioniert das deutlich besser. Ich wollte kein zusätzliches Produkt entwickeln, dass ich selber nicht testen kann, nur weil es erwartet wird. Meine Naturseifen sollen vielseitig einsetzbar sein, genauso verwende ich sie auch selbst.
Du hast noch eine Frage zum Haarewaschen mit Seife? Schreib mir gerne eine E-Mail. Vielleicht ergänze ich sie später in diesem Beitrag.


